Ost-Deutschland und West-Dänemark - 10.08.- 03.09.


Bayerischer Wald

Die Tour beginnt im südöstlichen Bayern. Reginas 60. Geburtstag ist Anlass genug für die Großfamilie, sich bei ihr zu treffen und mit ihr zu feiern. Während die meisten Gäste am nächsten Morgen nach Hause aufbrechen, starten wir in unseren Sommerurlaub.



Oberpfalz & Oberfranken

Über die B85, die Ostmarkstraße, sind wir gemütlich nordwärts gezockelt. In Weiden machen wir Kaffeepause und genehmigen uns im Rathauscafè Apfelstrudel bzw. Tiramisu. Auf dem gepflegten kostenlosen Stellplatz in Marktredwitz schlagen wir unsere Zelte auf.

vor dem Rathaus in Weiden


Sachsen Anhalt (Naumburg)

Zunächst steuern wir den vielseits gelobten Stellplatz in der Saaleschleife nahe bei Bad Kösen an. Er ist schön am Fluß gelegen. Aber ansonsten gefällt er uns nicht. Folglich fahren wir weiter. In Bad Kösen besichtigen wir das Gradierwerk im Kurgelände. Ob seiner schieren Größe durchaus beeindruckend. 8 km weiter in Naumburg liegt der mäßig bewertete Stellplatz an der Vogelwiese. Er ist sicherlich nicht schöner als die "Saaleschleife", aber auf Grund seiner zentralen Lage direkt an der Altstadt für uns ideal. Der Nachmittag gehört der Domstadt mit ihren malerischen Gassen und Plätzen. Der Dom ist natürlich ein Muss. Kircheneintritt kostet 6,50, Seniorenrabatt gibt's nicht. Das vielschiffige Gebäude ist wegen seiner zwei Lettner sicherlich einmalig. Auf uns wirkt es jedoch grau und verstaubt. Einzig der gezeigte Film präsentiert Farbigkeit und geniale Details. Abends essen wir in Rhodos.

Naumburg

Naumburg - Dom

Naumburg

Naumburg - Dom


Sachsen Anhalt (Bad Kösen)

Auf dem idyllischen Saaleradweg erreichen wir ein zweites Mal Bad Kösen. Das Kurmittelhaus und der umgebende Park links der Saale scheinen ein wenig in die Jahre gekommen. Umso mehr erstrahlt die Kuchentheke der Konditorei Schoppe, der wir schweren Herzens widerstehen. Auf dem Rückweg halten wir am großen Zisterzienserkloster bzw. heutiger Internatsschule Pforta. Ein Komplex, der an alte englische Schösser erinnert. Am Nachmittag beginnt es leicht zu regnen, was uns aber nicht von einem weiteren Bummel durch Naumburg abhalten kann.

Bad Kösen - Gradierwerk

Kloster Pforta


Thüringen (Kyffhäuserdenkmal) & Anhalt (Quedlinburg)

Schon von Weitem sichtbar thront auf dem Kyffhäuser Höhenrücken das Nationaldenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelm I. Dunkle Regenwolken verdüstern den Himmel. Das passt zu den martialischen Darstellungen von Wilhelm und Barbarossa samt ihren Wächtersoldaten. Der Blick von der mehr als 80 m hohen Spitze entschädigt für den mühsamen Aufstieg. Nach einer echten Thüringer Bratwurst geht's weiter. Wir fahren vorbei an endlosen Stoppelfeldern und dürren Wiesen - ausgebranntes Land. In Quedlinburg finden wir am Schlossparkplatz noch eine Lücke für unser Gefährt. Ein erster Bummel erschließt uns das bezaubernde Städtchen.

Kyffhäuserdenkmal

Quedlinburg

Kyffhäuserdenkmal

Quedlinburg


Niedersachsen (Wolfsburg)

Der Vormittag gehört der Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii. In ihrer Krypta ruhen die Gebeine von Heinrich I. und seiner Frau Mathilde, der Stiftsgründerin. Wie bereits in Naumburg ist auch hier der gezeigte Film sehr hilfreich und informativ. Aufbruch in den Westen. VW in Wolfsburg bietet einen mit 6 € recht günstigen Stellplatz. Wir lösen ein Abendtickett für die Autostadt und erkunden die Ausstellung. Der gepflegte sattgrüne Rasen steht im krassen Gegensatz zu der dürren Landschaft, die wir heute durchmessen haben. Wir widmen uns lange dem Campingbus "California" und inspizieren ihn ausgiebig. Die übrigen Auto-Pavillons wecken wenig Begeisterung, eher die Zeitreise durch die Automobilgeschichte. Der Verzehrgutschein versaut zu guter Letzt Ottos Hose.

Quedlinburg St. Servatii

Autostadt Wolfsburg

Quedlinburg St. Servatii

Autostadt Wolfsburg


Sachsen-Anhalt (Tangermünde) 2 Tage

Tangermünde ist ein beschauliches Elb-Städtchen mit einem mittelalterlichen Altstadtkern. Der gepflegte Stellplatz unterhalb der Klosterruine lädt uns zum Bleiben ein. Für 48 Stunden zahlen wir nur 14 € inkl. Strom. Eine erste Runde führt uns zu Fuß zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Am Nachmittag flüchten wir vor der großen Hitze in den Schatten der hohen Bäume. Am Abend vertreiben uns Mücken hinter die schützenden Moskitonetze unserer "Burg". Am nächsten Morgen radeln wir ins 12 km entfernte Jerichow mit seinem Prämonstratenser-Kloster. Statt Kirche (geschlossen) gibt's Kaffee (geöffnet). Es folgt ein lazy afternoon wie gestern. Eine Radtour nach Buch und zurück beendet den schönen Tag und läutet einen mückenfreien Abend ein. In der Stadt steppt der Bär: im Rahmen des "Lichterlaufs" sind Alt und Jung auf den Beinen.

Tangermünde Stephanskirche

Jerichow Kloster

Elberadweg

Hünerdörfer Straße in Tangermünde

Kaffeepause in Jerichow

Tangermünde Lichterlauf


Brandenburg (Brandenburg an der Havel) 2 Tage

Heute ausnahmsweise keine Umleitung (obwohl angekündigt). Wir ergattern den letzten freien Stellplatz in der Stadtmarina in Brandenburg direkt neben dem großen Kinderspielplatz auf gepflegtem Rasen. Auch das Sanitärgebäude ist super. Der Nachmittag gehört dem belebten Zentrum. Wir beginnen mit dem Dom St. Peter und Paul auf der Dominsel. An der Katharinenkirche in der Neustadt radeln wir vorbei, ohne sie zu bemerken und die Kunstausstellung im Paulikloster findet nicht unser Interesse. In der Altstadt ist in keinem Cafè mehr ein schattiger Platz für uns. Also zurück zum Wohnmobil. Am Abend gibt's Freilichttheater und Live Musik in der Stadtmarina. Am zweiten Tag begeben wir uns auf "große Seenrundfahrt" mit der Nordstern Reederei: kleiner und großer Beetzsee, der lange und hässliche Silokanal, Quenzsee, Breitlingsee und zurück über die Niederhavel.

Brandenburg - Dom St. Peter und Paul

Brandenburg - Bühne in der Stadtmarina

Brandenburg - Loriotto

Brandenburg - auf der Havel


Brandenburg (Werder an der Havel)

Werder gefällt uns besser als Brandenburg, weil es kleiner, heimeliger ist. Der Stellplatz liegt direkt am Zugang zur Altstadtinsel, hat aber nur Parkplatzflair. Die kleine Insel ist schnell durchmessen. Mit dem "Branden-Burger" (günstig essen) und dem "Cafè Jacob" (Ambiente) erobern wir uns zwei wesentliche Elemente. Otto will über den "Panoramaweg Werderobst" zum Otto-Lilienthal-Denkmal. Die Beschilderung ist denkbar schwach. Wir finden ihn trotzdem. Der Telegraph-Berg bei Glindow diente vor mehr als 150 Jahren zur optischen "Datenübermittlung" auf der Strecke Berlin - Koblenz. Und 1891 flog Otto von Lilienthal mit dem "Derwitzer Gleiter" von einem Hügel bei Krielow 25 m weit. Der Pfad zum Denkmal ist ebenfalls schlecht ausgeschildert. Der Weg zurück entlang der Bahnstrecke bis Kemnitz ist eine üble Schotterpiste. Und der weitere Uferradweg am Großen Plessower See ein abenteuerlicher Dschungelpfad. Rosis Rad hat zu allem Übel auch noch einen Platten.

Stellplatz in Werder am Plessower See

Telegraph-Berg bei Glindow

Werder Altstadtinsel

Lilienthal Denkmal


Brandenburg (Oranienburg)

Der Stellplatz in Werder war sehr günstig. Bis zu unserer Abfahrt um 8:30 Uhr hat niemand, obwohl angekündigt, die Gebühr kassiert. Der nächste Stellplatz am Schlosshafen in Oranienburg liegt direkt neben dem Schloss und ist sehr gut ausgestattet. Den ersten Stadtrundgang anhand der Empfehlung der Tourist Information brechen wir bald mangels Interesse ab. Mit den Rädern starten wir die "Havel-Ciy-Tour" entlang der Havel. Bereits nach kurzer Zeit ein Déjà-vu: der Radweg ähnelt dem gestrigen. Ein gewundener schmaler Dschungelpfad. Brennesseln liebkosen unsere Waden. Entnervt brechen wir ab und fahren über die Berliner Straße zurück ins Zentrum. Zu Fuß erreichen wir das Oranienwerk, ein ehemaliges Fabrikgelände. Jetzt haben sich diverse Künstler hier niedergelassen. Und der Kuchen bei "Kaffeetante" ist ein Gedicht.

Schloss Oranienburg

Kaffeetante


Mecklenburg Vorpommern (Neustrelitz)

Mittags erreichen wir 70 km weiter nördlich Neustrelitz. Es ist heiß geworden und der Stellplatz hat dummerweise keine Schattenflächen. Unterwegs haben wir Räucherfisch gekauft, den wir uns jetzt schmecken lassen. Danach begeben wir uns auf eine Tour rund um den Zierker See. Der im Stadtbereich schöne Radweg mausert sich bald zu einer teilweise tiefen Sandpiste. Und schon kommt ein Baustellenschild, das jedes Weiterfahren verbietet. Wir ignorieren es und werden an der Baustelle am Ende gnädig durchgelassen. Weit ab vom See haben wir wieder Teerdecke um alsbald über einem schattigen Waldweg zum Stadthafen zurückzukehren. Nach einer Eispause besuchen wir den Schlossgarten, der aber ebenfalls durch massive Bauarbeiten nur eingeschränkt zugänglich ist.

Neustrelitz am Stadthafen

Neustrelitz Schlosskirche

Neustrelitz Orangerie im Schlossgarten

Neustrelitz Rathaus am Markt


Mecklenburg Vorpommern (Neubrandenburg)

Gerade mal 27 km sind es bis zum Stellplatz am Wassersportzentrum in Neubrandenburg. Otto wollte unbedingt hierher wegen der historischen Stadtmauer mit den Wiekhäusern und der 4 imposanten Stadttore. Die Hitze ist heute fast unerträglich. Am Stellplatz gibt es keinen Schatten. Per Rad ins Zentrum. Am Treptower Tor versorgt uns das gemütliche Cafè Restaurant gleichen Namens mit Quiche bzw. Milchreis - hmmm. In der modernen Tourist Information im Zentrum besorgen wir einen Stadtplan. Otto ist maßlos enttäuscht: innerhalb der Stadtmauer gibt es mit Ausnahme der Konzertkirche keine historischen Bauten. Die abendliche Radtour am Tollensesee entschädigt. Endlich mal ein gut erschlossener Radweg im Naherholungsbereich.

Neubrandenburg Treptower Tor

Neubrandenburg Stargarder Tor

Neubrandenburg Wiekhäuser

Neubrandenburg Tollensesee


Schleswig-Holstein (Bad Segeberg)

Der Fahrtag. Ca. 140 km sind's bis Börgerende an der Ostsee. Dort warten schon Sara und Noah auf gepackten Koffern, um mit uns nach Dänemark weiter zu reisen. 160 km trennen uns von Bad Segeberg, wo wir neben dem schönen Park am See Abendpause machen. Der kostenlose Stellplatz am Naturerlebnisbad in Büdelsdorf bei Rendsburg stellt unser Nachtquartier weitere 75 km später. Es regnet.

nordwärts

Bad Segeberg Parkplatz am See


Dänemark (Hvide Sande - Tingodden 357)

1 Woche Dänemark im Ferienhaus! Besonders Rosi hat sich schon sehr darauf gefreut. Wir sind um 14 Uhr da und können es gleich beziehen. Die Raumaufteilung ist super, die große Wohnstube eine Wucht. Auch die beiden Schlafzimmer sind überraschend groß. Die negativen Seiten: das Bad ist dringend renovierungsbedürftig und die Küchenmöblierung sehr einfach. Echt übel aber sieht's im Nebengebäude aus. Betten und Kissen ein einziges Chaos, die Polstermöbel verstaubt und eingesandet, die Auflagen für die Gartenmöbel voller Tierhaare. Hier will trotz separatem TV niemand einziehen. Wir benutzen es als Abstellraum für unsere Räder und Strandutensilien. Nach dem ersten Schock kommt dann doch die Freude zurück.

Tingodden 357

Tingodden 357

Die Zeit vergeht wie im Flug. Der nahe Nordseestrand ist gerne besucht. "Fiskeriets Hus" in Hvide Sande, ein kindgerechtes Aquarium und Fischereimuseum, beglücken wir zwei mal mit unserer Anwesenheit. Sara traut sich eine lebende Scholle zu streicheln. Noahs Highlight ist Lingvig Fyr: der 100 Jahre alte Leuchtturm, dessen 228 Stufen wir erklimmen, hat nämlich einen tollen Spielplatz! Die 3 km nach Abelines Gaard bewältigen die Kinder locker mit ihren Rollern. Das Wetter ist typisch dänisch - wechselhaft mit wenig Regen und viel Sonne, leider etwas kalt, insgesamt aber super.

Nordseestrand

Lyngvig Fyr

Abendstimmung


Die Rückfahrt ist kein Quell der Freude. Nach der Mittagspause im Freesen Center in Neumünster erwartet uns der große Stau. Die Baustellen um das Nadelöhr Hamburg haben es in sich. Erst um 16:30 sind wir durch den Elbtunnel. Abendliche Rast in Allertal. Übernachtung auf dem kostenlosen Stellplatz in Herzberg am Harz. Am nächsten Tag weitgehend problemlose Fahrt bis Weiden. Nur in der Baustelle bei Hof heißt es wieder warten. Toni und Günther gewähren uns freundlich Quartier. Am nächsten Tag zur großen Freude der Kinder Mittagspause beim "Schachtelwirt" in Freising. Und gleich danach glücklich wieder daheim.

Mittag bei McDonalds