Fuerteventura - 03.03.-12.03.

Anreise

Die Flugtickets sind bei Lufthansa gebucht. Das war nicht sehr clever. Wir fliegen von München über Hannover auf die Kanaren! Um 4 Uhr Früh sind wir zuhause aufgebrochen, haben das Auto bei ‚Pfiffig Parken‘ in Schwaig abgestellt und sind pünktlich Richtung Norden abgeflogen. Aber der Condor Anschlussflug hat mehr als zwei Stunden Verspätung. Müde schleppen wir unser Gepäck am Flughafen von Puerto del Rosario zum Mietwagenschalter von InterRent. Erneut ist Geduld gefordert. Die Dame am Schalter will Otto unbedingt eine Zusatzversicherung verkaufen. Otto lehnt die mehrmaligen Versuche immer einsilbiger ab. Nach einer halbstündigen Fahrt durch vegetationslose rotbraune Steinwüste erreichen wir gegen 18 Uhr endlich unser Hotel ‚Rural Mahoh‘. Dort liegt unsere Reservierung nicht vor. Nach diversen Telefonaten können wir unser Zimmer beziehen. Puuuuh.

MAHOH Hotel Rural y Restaurante - unser Domizil


Hotel

Unser Hotel ist ein restauriertes altes Anwesen, bekannt für seine Küche. Wir freuen uns über die Frühstücksterrasse. Der gepflegte Garten wir dominiert von großen Kakteen und Euphorbien. Jedes Abendessen ist ein Erlebnis und jeden Abend entscheiden wir uns für eine andere Menünfolge aus unserer Halbpensionskarte. Was wir vermissen, ist ein eigener Balkon oder eine eigene Terrasse.

vor der Zimmertür

hinter der Zimmertür

eine grüne Oase


Corralejo

Zwei traditionsreiche Mühlen erheben sich auf dem Höhenzug gleich oberhalb unseres Hotels. Früher dienten sie der Getreideverarbeitung, insbesondere der Produktion von Gofio, der typisch kanarischen Nationalspeise. Für Gofio wird geröstetes Getreide mit oder ohne Zusatz von Meersalz vermahlen. Ein erster Ausflug führt uns an die Nordküste nach Corralejo. Das ehemalige Fischerdorf hat sich zum zweitgrößten Touristenort der Insel entwickelt. Unzählige Souvenirshops, Restaurants, Bars, Geschäfte – nicht unser Geschmack. Wir bummeln durch die mäßig belebten Straßen und genehmigen uns einen Café con Leche. Der Wind ist kräftig – wir verstehen, warum die Insel ein Surferparadies ist.

Windmühlen in Villaverde

Surfer in Corralejo


Cotillo

Die starke Bewölkung und vor allem der heftige Wind lassen uns Pullover bzw. Jacke an die Nordwestküste nach Cotillo mitnehmen. Der lange Südstrand Piedra Playa ist leer, nur einige Surfanfänger trotzen dem Wetter. Ein knapp sechs Meter langes ausgewachsenes Cuvier-Schnabelwal-Weibchen, bzw. sein Skelett, bewacht am Castillo de Toston die Einfahrt zum neuen Hafen. Der kleine Ort ist weniger touristisch, was uns entgegenkommt. Das Museum und das Café wenige Kilometer nördlich am Faro de Tostón haben heute leider geschlossen. Dazwischen sind die herrlich weißen Sandstrände Playa de la Concha und Los Lagos. Hier ist jetzt mehr Sonne und weniger Wind. Zeit zum Entspannen.

Castillo de Toston

Faro de Toston

Playa de la Concha


Vallebron und El Jable

Vallebron liegt mitten im Herzen von Fuerteventura und zählt heute noch zu den grünen Oasen von Fuerteventura. Grünliche Terrassenfelder bieten dem Auge Abwechslung vom Anblick der sonst so kargen, steinigen Landschaft. Im krassen Gegensatz dazu steht der Parque Natural Corralejo mit seinen weiß-gelben Wanderdünen (El Jable) am türkisblauen Meer südlich von Corralejo. Der heftige Wind begräbt unsere Picknickdecke unter Sand, wir geben nach kurzer Zeit enttäuscht auf.

Vallebron

El Jable

Vallebron

El Jable


der Norden Fuerteventuras vom Mirador Morro Velosa

Betancuria

Der Künstler Cesar Manrique hat das Haus auf dem Aussichtspunkt Mirador Morro Velosa auf dem Berg Tegu entworfen und gebaut. Die Anlage ist hübsch und gepflegt. Im Süden kann man Betancuria, im Osten Antigua und im Norden Valles de Santa Ines erblicken. Leider ist der Himmel wolkenverhangen. Betancuria war 400 Jahre Inselhauptstadt, benannt nach dem normannischen Eroberer der Insel. Heute leben gerade mal 200 Menschen hier, die Zahl der Touristen ist deutlich größer. Die Kirche Santa Maria dominiert den schmucken Ort und ist uns einen Besuch wert. Die Iglesia de Nuestra Señora de la Peña in Vega de Rio Palmas beherbergt im Hauptaltar eine Alabasterfigur der Schutzheiligen Fuerteventuras. Im September wird sie in einer Prozession durch den Barranco de las Peñitas zur Ermita de Nuestra Señora de la Peña unterhalb des ausgetrockneten Stausees getragen. Die Wanderroute dorthin ist zunächst Palmen gesäumt. Nach der Staumauer müssen wir ein wenig klettern. Die Ermita - ein schöner Ort! Vom Mirador de las Peñitas an der Straße ein Stück oberhalb haben wir einen tollen Blick auf den Barranco und die weitere Umgebung. Am Mirador de la Cruz blicken 4,5 m hohe Statuen der letzten beiden Könige über ihr Nord- bzw. Südreich.

Betancuria

Barranco de las Peñitas

Ermita de Nuestra Señora de la Peña


Escanfraga

Unser Hotelzimmer Nr. 8 trägt den Namen Escanfraga nach dem höchsten Vulkankegel im Norden der Insel, direkt vor unserem Fenster gelegen. In praller Sonne umrunden wir den Fuß und steigen langsam an der Nordflanke in vielen Serpentinen 320 m hoch. Steinmännchen weisen uns den Weg. Der Blick über die Insel ist grandios. Erschöpft aber zufrieden genießen wir den Nachmittag am Pool.

Blick vom Escanfraga nach Norden


Puerto del Rosario

Eine Schotterpiste durchquert nördlich des Escanfraga die Insel Richtung Ostküste. El Jablito ist ein recht alternatives, man könnte auch sagen verkommenes, Fischerdorf. Wir wissen nicht wer ‚Lola‘ ist oder war, der dort ein Denkmal errichtet ist. Umso mehr Informationen erhalten wir über Miguel de Unamuno in Puerto del Rosario in der Casa Museo Unamuno. Der Schriftsteller verbrachte hier 1924 vier Monate seines Exils. Zur sehenswerten, übrigens kostenlosen, Ausstellung erhalten wir sogar deutschsprachige Erklärungen. In den Salinas del Carmen wird in einem Teil der Anlage heute noch Meersalz gewonnen, wenn auch mehr für touristische Zwecke. Das Freilichtmuseum ist ansprechend gestaltet und informativ.

vor dem Casa Museo Unamuno

Salinas del Carmen

im Casa Museo Unamuno

Salinas del Carmen


Antigua und Gran Tarajal

Es heißt, auf Fuerteventura leben mehr Ziegen als Menschen. Ihre Milch wird überall zu Käse verarbeitet. Das Museo del Queso Majorero demonstriert die verschiedenen kanarischen Käsesorten und ihre traditionelle Herstellung. Schön ist auch die große Gartenanlage mit riesigen Kakteen und Euphorbien. Antigua war nach Betancuria auch einige Zeit Inselhauptstadt und ist etwa Inselmittelpunkt. Die Stadt ist kein Touristenzentrum, aber um die Kirche Nuestra Senora de la Antigua gruppiert sich ein großer Platz mit vielen Palmen. Kirche wie auch Bibliothek sind verschlossen. Wenigstens das Restaurant Todo Bueno lässt uns bei einem Café con Leche verweilen. Gran Tarajal ist den weiten Umweg nicht wert. Eine gesichtslose Einkaufsmeile neben dem Hafen, ein langer schwarzer Sandstrand, das war´s. Eine schmale kurvenreiche Straße windet sich hoch zum Faro de Entalada. Der Leuchtturm thront auf einer Steilküste 185 m über dem Atlantik. Der große Gebäudekomplex kann nicht besichtigt werden, aber der spektakuläre Blick von der Aussichtsplattform nebenan entschädigt.

Museo del Queso Majorero

Ziegen am Straßenrand

Faro de Entalada


La Oliva

Gerade mal 2 km ist La Oliva vom Rural Mahoh entfernt. Die Pfarrkirche Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria stammt vermutlich aus dem späten 17. Jahrhundert. Ein modernes Rathaus und ein (ungenutztes) großes Freibad zeugen von der heutigen Kapitalkraft des Verwaltungszentrums. Etwas außerhalb befindet sich das historische Landgut Casa de los Coroneles, in dem die Militärbefehlshaber der Insel Fuerteventura rund 150 Jahre lang residierten. Geschlossen, genauso wie das Kulturzentrum Centro de Arte Canario. Ein Abschiedausflug führt uns noch mal durch das junge (etwa 10.000 Jahre alte) Lavafeld Malpais de la Arena an die Playa de la Concha mit ihrem herrlich weißen Sandstrand und dem auch heute wieder geschlossenem Faro de Tostón.

Casa de los Coroneles

Lavafeld Malpais de la Arena

Casa de los Coroneles, im Hintergrund der Escanfraga

an der Playa de la Concha