Holland - 01.05.- 15.05.


01.05. Wo bekommt man am 1. Mai Blumen?

Aufbruch mit leerem Magen! Frühstück gibt’s hinter Harburg im Nördlinger Ries mit Ausblick auf die Wörnitz. Bei Dinkelsbühl hat ein einsamer Blumenverkäufer an der Straße Glück, dass wir des Weges kommen. Rosi ersteht einen Strauß, den sie später in Warburg auf das schlichte Grab von Tante Resi legt. Ein kurzer Bummel durch die Altstadt mündet auf der Terrasse des schicken Rathauscafés. Wir übernachten für 5 € auf dem zentralen öffentlichen Stellplatz.

Kloster-Friedhof in Warburg


02.05. Wo sind die Tickets?

Auf dem Weg nach Norden reservieren wir online 2 Karten für eine Führung durch die Meyer-Werft in Papenburg. Wir kommen knapp 1 Stunde vorher an und finden einen Parkplatz vor dem Werftgelände. Die Beschilderung für Besucher ist dürftig. Beim Pförtner erfahren wir, dass die Tickets beim Rathaus in der Stadt abzuholen sind. Dazu hatten wir bei der Reservierung keinen Hinweis gesehen. Andere „Irrfahrer“ nehmen uns in ihrem Womo mit zurück in die Stadt. Mit den „Bordkarten“ ausgestatten vertrödeln wir die Wartezeit auf den Shuttlebus in einem Café. Die anschließende Werfbesichtigung ist äußerst interessant und informativ. Die schiere Größe der Schiffsriesen und vor allem das logistische Zusammenspiel beim Bau beeindrucken. Heute übernachten wir kostenlos auf dem Großparkplatz nahe beim Zentrum.

Meyer Werft in Papenburg

Meyer Werft in Papenburg



03.05. Wie kommt man zum Stellplatz?

Nur wenige Kilometer trennen uns von der holländischen Grenze. Entgegen der ursprünglichen Planung fahren wir nicht nach Stadskanal sondern nach Veendam, weil der Stellplatz dort wunderschön in einem seenreichen Erholungsgebiet liegt. Eine Baustelle versperrt uns kurz vor dem Ziel die Durchfahrt. Die folgende Irrfahrt mündet jeweils in einer Sackgasse. Ein Jogger winkt uns und deutet an, ihm zu folgen. Mit seiner Hilfsbereitschaft finden wir doch noch zum Stellplatz. Zunächst besuchen wir das Veen-Museum um dort mehr zur niederländischen Landgewinnung zu erfahren. Für 8 € p.P. ist das Gebotene letztlich recht dürftig, zumal nur wenige Bereiche in Deutsch erläutert werden. Per Rad begutachten wir die Kanäle und Grachten. Auf den letzten Kilometern bemerkt Otto, dass sein Hinterrad Luft verliert. Mist. Aufpumpen und dann schnell weiter, bevor die Luft wieder alle ist. Beim Womo erfolgt gleich die Reparatur. Zum Glück haben wir einen Reserve-Schlauch dabei.

Veen-Museum in Veendam


04.05. Warum braucht der Holländer keinen Regenschutz?

Es regnet. Was tun? Bleiben oder weiterfahren? Wir machen beides. Den Vormittag verbringen wir lesend eingesperrt im Womo. Mittags rollen wir das Stromkabel ein und brechen auf. Unser Ziel ist die Hauptstadt der Region – Groningen. Etwa 4 km außerhalb befindet sich beim Sportcentrum Kardinge ein Stellplatz. Hier ist auch eine Haltestelle des City-Bus. Es gibt übrigens, wie wir später auf einem Stadtplan entdecken, auch einen Parkplatz für Wohnmobile direkt am Rand der Altstadt. Begleitet von leichtem aber kontinuierlichem Regen erobern wir das Zentrum. Holländer sind wasserfest. Kein Mensch trägt eine Kopfbedeckung oder gar einen Schirm. Wir geben uns als Touristen zu erkennen und stülpen die Kapuzen über. Die Studentenstadt besitzt Flair. Über Groote Markt mit Rathaus und Martini Kerke, vorbei am Vis-Markt – hier naschen wir „Kibbeling“ – zum Groninger Museum. Vor der Universität unzählige Fahrräder. Der Abend im Womo ist wieder trocken. Es war ein schöner Tag.

Fassade in Groningen

Groningen - im Prinsenhof

Kibbeling - lecker

Groningen - Museum


05.05. Ist die Nordsee zugefroren?

Brr ist das kalt draußen. Wir gehen eine kurze Runde durch das attraktiv angelegte Kardinge Freizeitgelände. Wie weiter? Eigentlich war als nächstes der Nordseestrand bei Lauwersoog geplant. Aber vielleicht sind die Wege dort inzwischen vereist? Wir entscheiden uns für die Inland-Variante, in der Hoffnung, dass es dort weniger frostig bläst. Unser Sonnenziel heißt Leeuwarden. Vorher gehen wir noch kurz ins Kloster. In Aduard war einst der Stammsitz der gleichnamigen Abtei, deren fromme Insassen sich um Torfabbau und Landgewinnung bis nach Veendam verdient gemacht hatten. Wir finden nur noch ein kleines Museum vor und einen beschilderten Spazierweg durch das Örtchen. An der Klosterkirche werden wir abgewiesen und ziehen enttäuscht weiter. Der Stellplatz in Leeuwarden liegt am Jachthafen. Das Gelände ist gepflegt nur leider wieder etwa 3 km vom Zentrum entfernt. Wir ziehen uns so warm wie möglich an und bemühen unsere Räder. In der Stadt ist die Hölle los. Man feiert den Tag der Befreiung zum Ende des 2. Weltkriegs. Auf unserer Runde über Waage, Groote Kerke, Bonifatius Kerke, Mata Hari Denkmal und den schiefen Oldshoeve Turm müssen wir mehrfach Umwege in Kauf nehmen, da auf diversen Plätzen ein Durchkommen durch die Menschenmassen unmöglich erscheint. Zum Abschluss lassen wir uns einen süßen Traum aus Pfannkuchen mit heißen Kirschen, Vanilleeis und Sahne auf dem Pfannkuchen-Schiff munden. Laut Wetterbericht soll morgen die Sonne mal wieder vorbeischauen.

Leeuwarden

Leeuwarden - Grote Kerke


06.05. Ende der Regenzeit?

Das triste Grau der letzten Tage ist einer konturenreichen Bewölkung gewichen. Halt - da sind ja hellblaue Flecken dazwischen! Wetter-Online verspricht uns 1 Stunde Sonnenschein für heute. Da schmecken die Frühstücks-Semmeln vom Brötchenservice gleich noch mal so gut. Franeker, etwa 20 km entfernt, ist eines der Schmuckstücke Frieslands. Und das Eise-Eisinga-Planetarium ist seine 5,25 € Eintritt definitiv wert. Schon erstaunlich, mit welcher Akribie ein "ungebildeter" Wollfabrikant und Amateur-Astronom 1774 ein funktionsfähiges Modell unseres Sonnensystems konstruiert und gebaut hat. Ich zitiere Wikipedia: "Das Modell befindet sich an der Decke seines Wohnzimmers und wird von einer Pendeluhr mittels mehrerer Gewichte angetrieben. Diese zeigt nicht nur die Planetenbewegungen (bis einschließlich des Saturns) in Echtzeit in einem Maßstab von einem Millimeter zu einer Milliarde Kilometer an, sondern über an der Wand angebrachte Uhren zusätzlich Sonnen-Auf- und -Untergang, sowie Mond-Auf- und -Untergang; der Mondstand, die Sternzeichen und das Datum werden ebenfalls angezeigt." Der weitere Bummel durch das nette Städtchen ist angenehm. Für Rosi ist Franeker gar die bisher schönste Stadt. Sie wird ihre Meinung in Harlingen überdenken. Der Stellplatz am neuen Fischereihafen direkt am Rand der Altstadt ist voll. Zum Glück reist gerade ein Gast ab. Wir übernehmen seine Lücke. Nur der Parkscheinautomat will unsere EC-Karte nicht akzeptieren. Ein freundlicher Holländer übernimmt die Prozedur mit seiner Geldkarte und erhält von uns dafür das Bargeld. Harlingen ist größer als Franeker, aber nicht ausdrücklich schöner. Dafür aber belebter mit mehr Cafés und breiteren Grachten. Die Sonne hat bereits einige "Überstunden" gemacht, als wir zufrieden den Tag vor und im Womo ausklingen lassen.

Franeker - Rathaus

Franeker - Planetarium

Franeker - Planetarium Räderwerk

Harlingen


07.05. Haben Schiffe Vorfahrt?

Unsere Räder hüpfen vor Freude, als wir sie vom Heckträger nehmen. Direkt an der Nordsee führt ein schöner Radweg nach Zurich und von dort weiter auf den Deich, der das IJsselmeer letztendlich geschaffen hat und die Autobahn A7 trägt. Der Radweg hat daneben auch noch Platz. Im Hotel "de Steenen Man" in Zurich erliegen wir den Verlockungen der Sonnenterrasse. Und unverzüglich duftet es nach frisch gebrautem Cappuccino. Auf dem Rückweg weht uns eine frische Brise ins Gesicht. Deshalb waren wir in Gegenrichtung so schnell. Kurz vor Harlingen lädt eine Parkbank zum Rasten ein. Am Nachmittag sitzen wir vor dem Womo in der Sonne und lesen. Direkt neben uns ist die Zugbrücke, die den Schiffen die Durchfahrt ermöglicht. Lautes Bimmeln kündigt das Schließen bzw. Öffnen der Schranke für den Straßenverkehr an. Die Wasserfahrzeuge der Freizeitkapitäne haben offensichtlich Vorfahrt. Laufend bilden sich lange PKW-Schlangen auf beiden Seiten. Was passiert wohl, wenn ein Rettungswagen zu einem Notfall gerufen wird? Blaulicht vor geschlossener Schranke? Bimmeln gegen Martinshorn?

schielender Löwe an der alten Schleuse

Harlingen

Harlingen

Harlingen



08.05. Gibt es in Friesland nur Martinikerken?

Am Morgen leichter Nieselregen - zuhause auch - das macht´s leichter. In Sneek ist es trocken als wir ins Zentrum spazieren. Heute am Montag haben die meisten Geschäfte vormittags geschlossen. Eisiger Wind treibt ungelesene Werbeprospekte durch die unbelebten Gassen und erneut einsetzender Nieselregen uns ins Café. Danach wird es wesentlich gemütlicher, beim Stadhuis blitzt zum ersten Mal die Sonne raus. Das Wahrzeichen, "de Waterpoort", das 1613 entstandene Wassertor ist in den Niederlanden einzigartig. Einfaltsloser war man bei der Wahl des Patrons der größten Kirche: einmal mehr passieren wir eine "Martinikerk". Er ist sogar Stadtpatron von Sneek. Die Museen ignorieren wir und freuen uns über den inzwischen wolkenlosen blauen Himmel. Das sehenswerte Zentrum der zweitgrößten Stadt Frieslands ist wesentlich kleiner als das von Harlingen oder Franeker. So haben wir bis Mittag genug gesehen und wenden uns Sloten zu. Sleat (das ist der Friesische Name) ist die kleinste Stadt der Niederlande mit Stadtrechten. Vielleicht auch gerade deshalb hat sie sich prächtig rausgeputzt. Die gediegenen kleinen Wohnhäuser entlang der zentralen Gracht, auf beiden Seiten ein Wassertor und die alte Windmühle strahlen beschauliche Gelassenheit aus. Wir genehmigen uns einen Erdbeerbecher (Otto) und einen Dokkumer Kofje (Rosi) in der warmen Sonne. Etwa 20 km weiter westlich wartet das nächste Schmuckstück auf uns. Der Stellplatz beim Camping Séleantsje in Molkwerum wird nur von einem schmalen Kanal vom Deich getrennt. Und gleich dahinter treibt der böige Wind Schaumkronen über das IJsselmeer. 12,50 € inkl. Strom und WLAN sind geradezu ein Schnäppchen und ein Brötchenservice ist auch noch drin.

Sneek - Wassertor

Sneek - Theater

Sloten (Friesisch Sleat)



09.05. Was macht man, wenn der Kamera-Akku leer ist?

Beim Aufwachen keine Wolke am Himmel und kaum Wind - super Fahrradbedingungen. Mit frischen Brötchen gestärkt treten wir in die Pedale. Direkt am Deich entlang nordwärts erreichen wir den kleinen Ort Hindeloopen. Ein Juwel mit malerischen Gassen und Grachten. Über Koudum im Südwesten treten wir den Rückweg zum Womo an. Der Kamera-Akku ist leer und muss geladen werden. Die Wartezeit nutzen wir für eine kleine Stärkung. Wolke schiebt sich neben Wolke und beim erneuten Aufbruch ist der Himmel grau. Es zieht uns nach Stavoren. Nicht so klein wie Hindeloopen und nicht ganz so idyllisch, aber trotzdem schön. Der Coop versorgt uns mit Lebensmitteln und das Hafencafé mit Cappuccino zu appeltaart met slagroom (nur Otto). Am Ende der Runde sind 30 km mehr auf dem Tacho. Die Stühle stehen einsam vor dem Womo, zum draußen Sitzen ist es uns zu kalt geworden.

Stellplatz beim Camping Séleantsje in Molkwerum

Hindeloopen

Stavoren


Abschlussdeich (niederländisch Afsluitdijk) des IJsselmeeres

10.05. Wozu dient die Brutzwiebel?

Wir fahren auf dem Deich, der das heutige IJsselmeer erst geschaffen hat mit dem Womo. Links der Binnen-, rechts die Nordsee. Der erste Halt ist unspektakulär, weil ohne Aussicht. Der zweite dank Aussichtsturm perfekt. Medemblik ist uns einen längeren Aufenthalt wert. Der Stadtkern selbst bietet kaum Aha-Erlebnisse. Der Turm der Martinikerk, man beachte den seltenen Kirchenpatron, hängt recht schief. Ist wohl auf Sand gebaut? Das alte Kastell liegt schön am Wasser. Für die Mittagspause parken wir außerhalb der Stadt beim Leyle-Pumpwerk. Endlich kommt die Sonne zurück. Und Mücken! Sie stechen zum Glück nicht, sind aber ob ihrer Masse sehr lästig. Beim Abstecher zum nahen Tulpenfeld bekommt Otto Nachhilfe in der Tulpenzucht. Nur noch 20 km trennen uns von Enkhuizen. Am Buyshaven erhält das Womo den (!) Logenplatz in der ersten Reihe. Direkt vor uns die typischen Plattbodenschiffe an der Kaimauer, darüber eine warme Sonne - schön! Wir bezahlen die 24h-Gebühr und bummeln durch das nette Städtchen. Endlich ist es wieder warm geworden. Morgen wollen wir das Zuiderzee Museum besuchen.

Kastell in Medembik

Tulpenfeld - im Hintergrund Medemblik

Enkhuizen - Stellplatz im Bootshafen

Enkhuizen Bootshafen

11.05. Was ist bei Camping Alkmaar umsonst?

Auf das Fährschiff, das uns zum Freilichtmuseum bringen würde, warten wir nicht und bummeln stattdessen gemütlich durch die Stadt dorthin. Das verschafft uns den Vorteil, dass wir vor den Massen drin sind. Die Zeitreise führt uns etwa 100 Jahre zurück. Klein die Häuser, schmal die Gassen - sieht gemütlich aus, wenngleich uns bewusst ist, dass die gute alte Zeit beileibe nicht so gut war. Hindeloopen ist als Kleinstadt aufgebaut. Ganz urig sind die Bauernkaten in Urk. Hier leben tatsächlich 5 Menschen und verleihen dem Dorf enorme Authentizität. Wir schauen fasziniert dem Fischer Riekelt Weerstand beim Netze-Knüpfen zu, bis ihn seine Frau Jannetje zum Essen ruft. In der Fischräucherei kaufen wir "gerookte zalm" und nehmen am späten Mittag für den Heimweg die Fähre. In 50 km Entfernung erwartet uns Alkmaar. Die einzige Stellplatzoption dort ist der Campingplatz Richtung Bergen. Der Betreiber nutzt seine Sonderstellung für hohe Preise: für 25 € hat man Strom inklusive, alles andere muss gesondert bezahlt werden (z.B. Duschen 50 Cent). Das Zentrum ist mit dem Rad leicht zu erreichen. Nach einer Mußestunde vor dem Womo drehen wir am frühen Abend eine erste Besichtigungsrunde. Die Stadt ist belebt. Allerorten sitzen Menschen vor den Restaurants und Cafés in der warmen Sonne. Morgen wird auf dem Waagplein der berühmte Käsemarkt abgehalten. Und da soll´s regnen. Schade. Otto spricht unsere schwedischen Camper-Nachbarn an und erzählt ihnen, dass wir im Sommer ihr skandinavisches Land bereisen werden. Sie sind sehr kontaktfreudig, wollen wissen wann und wohin und berichten, dass sie aus Mariestad stammen. Und im nächsten Augenblick überreichen sie 2 Dosen Bier aus ihrer Heimatstadt.

Zuidersee-Museum - Urk

Zuidersee-Museum - Fischer Riekelt Weerstand

Zuidersee-Museum - Jannetje Weerstand


Alkmaar Käsemarkt

12.05. Muss Käse gewaschen werden?

Trockenen Hauptes erreichen wir den Waagplein. Rosi sichert sich einen guten Platz in der ersten Reihe, Otto einen Caféhaustisch unter der Markise. Und bevor das Spektakel beginnt, erfüllt sich die (Schlecht-)Wetterprophezeiung. Pünktlich um 10 Uhr startet der Handel. Der Beschauer begutachtet und prüft die Qualität. Händler und Käufer feilschen um den richtigen Preis. Dabei schlagen sie sich gegenseitig in die Hände und besiegeln schließlich den Deal. Danach werden die Laibe von Käseträgern zur Waage und von dort zu den Transportkarren getragen. Stolze 130 kg wiegt eine Bahre. Als wir nach 1 1/2 Stunden genug gesehen und ein überteuertes Probierpaket erstanden haben, hört der Niederschlag auf. Ein kleines Café wärmt uns. Wir holen die Fahrräder aus der bewachten kostenlosen Tiefgarage und machen uns auf dem Rückweg. Etwa 25 km nördlich bei Het Zand liegt der Camperplaats Molen De Hoop. Eine historische Getreidemühle dominiert das gepflegte einfache Gelände. Hier schlagen wir unsere Zelte auf und warten auf die Rückkehr der Sonne. Und sie kommt! Bereits am Nachmittag lacht sie uns wieder zu. Auf den Rädern reiten wir zur Nordseeküste, die nur 4 km entfernt ist. Ein hoher Dünengürtel trennt das Land vom Wasser. Und dahinter breiter unendlich weiter Sandstrand. Wir fühlen uns nach Dänemark versetzt.

die stattliche Waage in Alkmaar

Alkmaar Käsemarkt

Alkmaar Käsemarkt


13.05. Welche Kuchen gibt es in Holland?

Im Reiseführer steht, dass sich in Huisduinen ein alter Leuchtturm (der höchste gusseiserne Europas!) befindet. Dorthin sind es knapp 20 km, eine schöne Radentfernung. Wir wählen den Dünenradweg. Er ist zwar nicht so topfeben wie die Straße daneben. Dafür erschließt er die eindrucksvolle von Wind und Sand geformte Landschaft. Nur am Ende finden wir keine Hinweisschilder und eine Kioskbesitzerin erklärt, hier gebe es keinen Leuchtturm. Sie googelt und ist überrascht. Er ist noch etwa 2 km entfernt. Als wir ihn endlich erreichen, wissen wir, warum er offensichtlich unbekannt ist: er steht arbeitslos und unattraktiv inmitten eines landwirtschaftlichen Anwesens. Die freundliche Kioskbetreiberin stillt unseren Hunger und Durst. Rückweg - jetzt gegen den Wind. Auf dem Stellplatzgelände herrscht inzwischen reger Betrieb. Heute und morgen ist Mühlentag. Don Quichottes Widersacher rudert wie wild mit seinen Armen. Die Sonne scheint, es ist warm. Wir trinken Kaffee auf der Terrasse und essen dazu Apfelkuchen (gibt es überhaupt anderen Kuchen in Holland?).

Nordseeküste bei Het Zand

Camperplaats Molen De Hoop bei Het Zand

Tulpenfelder bei Het Zand

Molen De Hoop bei Het Zand


14.05. Wo ist Platz unter einer Markise?

In Doorn, 130 km südlich, fand ab 1920 der ehemalige deutsche Kaiser Wilhelm II nach seiner Absetzung Exil. Auf der Fahrt dorthin stellen wir erneut fest, um wieviel besser Zustand und Ausbau der niederländischen Straßen sind. Es ist eine Freude hier Womo zu fahren, es holpert und poltert nichts. Wir bezahlen stolze 12 € Eintritt p.P., erhalten dafür aber eine inhaltlich ansprechende und zugleich unterhaltsame Führung. Huis Doorn präsentiert den kleinen Hofstaat, der dem Ex-Monarchen die letzten 21 Jahre seines Lebens zur Verfügung stand und ist weitgehend im Zustand zum Todeszeitpunkt 1941 erhalten geblieben. Da unter der Markise vor dem Restaurant-Café Orangerie kein Platz mehr frei ist, suchen wir im Ort nach einem geschützten Plätzchen. Und kaum haben wir bestellt, wäscht ein kräftiger Schauer den Staub von den Dächern. Glück gehabt. Am Nachmittag verlegen wir unser Domizil nach Bredevoort nahe bei Winterswijk. Der Stellplatz liegt am Rand eines attraktiven Erholungszentrums nahe zur "Stadt der Bücher".

Torgebäude Haus Doorn

Haus Doorn

Haus Doorn

Haus Doorn

15.05. Was macht man in Winterswijk?

Die Schranke ist geöffnet, so dass wir "mautfrei" aufbrechen können. In Winterswijk öffnet um 9:15 Uhr der riesige Freizeit- und Campingmarkt "Obelink" seine Pforten. Auf über 65.000 m² wird geboten, was das Herz begehrt (und die Welt nicht braucht). Unglaublich aber wahr: 5 Stunden stöbern wir auf den 3 Ebenen umher und haben am Ende auch einiges in den Einkaufswagen gepackt. Anschließend rollen wir knapp 250 knapp nach Wetzlar. Dort übernachten wir auf dem Stellplatz auf der Lahninsel direkt neben der schönen Altstadt. Laut "Promobil" ist der Platz nachts gebührenfrei, was für den Parkplatz daneben auf jeden Fall gilt. Andererseits wird für Womos eine Gebühr von 8 € für 24 Stunden gefordert. Wir bezahlen, um den Stadtsäckel ein wenig zu entlasten.


16.05. Was macht man zuhause?

450 km trennen uns am Morgen von zuhause und am Nachmittag stutzt bereits der Rasenmäher das satte Grün im Garten auf Normalmaß. Holland war schön!

im Park von Haus Doorn