Italien / Rom - 04.10.- 18.10.

Mantua

Unsere jährliche Herbstfahrt führt uns traditionsgemäß nach Süden über die Alpen. Heuer haben wir Rom ins Visier genommen. Die knapp 1000 km Distanz teilen wir weitgehend stressfrei ein. Die 1. Etappe erstreckt sich über immerhin noch fast 500 km bis Mantua. Dort hat Rosi eine tolle Stellplatz-Empfehlung gefunden, die wir testen wollen. Es ist bitter kalt als wir aufstehen. In den Alpen soll Schnee bis auf 1000 m fallen. Vorsorglich sind die Winterräder montiert. Gegen 5:30 Uhr starten wir ohne Frühstück. Das gibt es 2 Stunden später in Zirl bei Innsbruck, kurz vor dem Brenner. Ohne Störungen sind wir gegen 13 Uhr in der Kulturhauptstadt Italiens 2016. Erst direkt vor der Area di Sosta Camper Mantova an der Via Legnano entdecken wir ein Hinweisschild. Aber auch ohne wegweisende Werbetafeln scheinen viele Camper hierher gefunden zu haben. Die Sanitärausstattung ist weit über dem Stellplatzdurchschnitt. 15 € für 24 Stunden sind auf jeden Fall angebracht. Nach der Mittagspause gehen wir auf Mantua-Entdeckertour. Das historiche Zentrum ist überschaubar, die Gassen und Plätze belebt und der Cappuccino schmeckt in der warmen Sonne Oberitaliens gleich noch mal so gut. Bei Dunkelheit drehen wir eine zweite Runde durch das Städtchen. Jetzt ist merklich weniger los.

Mantua - Palazzo Ducale

Mantua - Palazzo Ducale

Mantua - Palazzo Ducale

Mantua - Basilika Sant’ Andrea

Mantua - Palazzo Ducale


Blick vom Monte Titano auf San Marino und die Adria im Hintergrund

San Marino

Knapp 250 km südöstlich erwartet uns die älteste bestehende Republik der Welt. Die latente Steueroase hat keine Staatsverschuldung. Uns interessiert aber in erster Linie der Monte Titano mit der Borgo Maggiore und den drei Festungstürmen Guaita, Cesta und Montale. Vom Parkplatz sind es es nur wenige Minuten zur Seilbahn, schon sind wir mühelos oben. Zunächst fordert der hungernde Körper sein Recht und bekommt es in einer sonnigen Pizzeria vor dem Palazzo Pubblico. Mit vollem Mund gaffen wir auf die vorfahrende Staatslimousine. Kaum ist der Fahrgast entstiegen, entfernt der Chauffeur die Standarte vorne. Wir entfernen uns ebenfalls und beglücken einen Lederwarenverkäufer mit dem Erwerb einer Handtasche und einer Geldbörse. Bei der 2. Festung (Cesta) erlahmt unser Marinteresse. Wir kehren um. Übernachten wollen wir heute in Sant’ Agata Feltria. Hier findet jährlich im Oktober eine Messe statt, wo weiße Trüffel verkauft werden. Die 35 km dorthin wollen nicht enden. Kurve reiht sich an Kurve, nur unterbrochen von Spitzkehren, welche an Steigungen mitunter sogar den 1. Gang erfordern. Es wird dunkel, als wir endlich ankommen. Kaum haben wir den sauberen Stellplatz bezogen, setzt Regen ein. Wir gehen schlafen.


Norcia

Der Morgen beginnt so, wie der Abend geendet hat. Wir machen die Regenjacken zu und die Schirme auf. Die Gassen des Trüffelstädtchens sind leer, die Bewohner vermutlich wasserscheu. Nach einer kurzen Runde kehren wir Sant’ Agata Feltria den Rücken und fahren nach Norcia am Fuße der Sibillynischen Berge. Dort im Grenzgebiet zwischen Umbrien und den Marken hat Otto tolle Fotos im Internet gesehen und will diese Bergwelt mit eigenen Augen bewundern. Hoffentlich bessert sich das Wetter! Auf der knapp 300 km langen Strecke zeigt sich Petrus von seiner guten Seite und pünktlich in Norcia lacht uns die Sonne zu. Die Berggipfel im Hintergrund tragen weiße Wolkenhauben. Wir probieren trotzdem den "Aufstieg" mit dem Wohnmobil. Leider endet der Ausflug in undurchdringlichem Nebel. Mist! Das ist jetzt die 2. "Schneiderfahrt" innerhalb von 2 Tagen. Wir parken in Norcia und gehen durch die hübsche Altstadt. In einem pitoresken Geschäft kaufen wir Trüffelsalami als Belohnung für die wunde Seele.

San Marino - Palazzo Pubblico (Regierungssitz)

San Marino - Rosi vor dem Turm Cesta

Norcia - "Schweinerei am Straßenrand"

San Marino - Otto vor dem Turm Montale

Norcia - "sieht gut aus und schmeckt auch"


Rom

Von Norcia ist es nun wirklich nicht mehr weit nach Rom. Schon vor 12 Uhr erreichen wir das "Camping Village Flaminio" am nördlichen Stadtrand und genießen einen beschaulichen Tag der Erholung auf dem gepflegten Areal.
Genug des Dolce Faniente! Heute laufen wir uns die Sohlen von den Schuhen: Piazza del Popolo - Spanische Treppe - Trevi Brunnen - Piazza Venezia - Vittoriano - Katzenforum - Pantheon - Piazza Navona - Piazza del Popolo.

Trevi Brunnen

Katzenforum

Piazza Navona

Vittoriano - imposant hässlich

Piazza Venezia

Pantheon

Stop and Go

Heute nehmen wir teilweise die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Trotzdem qualmen am Abend die Socken. Diokletian Therme - Sta. Maria Maggiore - Lateran - Colosseum - Palatin - Forum Romanum.

Sta. Maria Maggiore

Colosseum

Lateran

Colosseum

Konstantin-Bogen und Forum Romanum

Auf die Sonnentage folgt heute ein Grau in Grau. Es ist merklich kühler geworden. Mehr als 2 Stunden stehen wir in der Schlange vor den Varikanischen Museen. Auch drinnen Menschenmassen. Ein Museumsbesuch ist was anderes! Den Dom betreten wir durch die Heilige Pforte und sind beeindruckt. Überwältigend aber ist dann der Blick von der Kuppel ins Innere. Genau als wir ganz oben auf der Laterne der Kuppel draußen ankommen, entlädt eine tiefschwarze Wolke ihre zu schwer gewordene Last direkt auf uns. Die Aussicht über das Häusermeer der ewigen Stadt ist stark eingeschränkt und sehr kurz.

Vatikanische Museen - Laokoon Gruppe

Petersdom innen

Vatikanische Museen - Stanzen von Raffael

Petersdom - Blick von der Kuppel

Auf Regen folgt Sonne. Unser letzter Rom-Tag ist wieder sonnig und schön. Wir beginnen mit St. Paul vor den Mauern. Darauf folgen ein Bummel durch Trastevere, Piazza Garibaldi, Circus Maximus, Engelsburg, Petersplatz.

St. Paul vor den Mauern

Engelsburg

Trastevere

Petersdom

Circus Maximus


Bolsena See

Rom weint ein paar Tränen, weil wir abreisen. Bis Bolsena sind es etwas mehr als 100 km. Die Via Cassia wurde bereits von den Römern gebaut. Das erklärt ihren teilweise schlechten Zustand! In Bolsena nimmt uns die Area Sosta Guadetto auf. Mit 16 € für einen Stellplatz ohne WC, mit NaJa-Duschen, Strom, WLAN und ungepflegt nicht besonders billig. Den Nachmittag wollten wir gemütlich am Seeufer verbummeln. Daraus wird nichts. Kräftiger Regen zieht über die Stadt. Es ist ungemütlich kalt. Wir gehen durchs centro storico bis hinauf zur Burg und verkrümeln uns bald wieder im schützenden Womo. Am Abend zieht ein Gewitter auf. Es hagelt! Zum Glück sehen wir das Dach unserer Laube nicht von oben.

Bolsena

Bagnoregio

Der nächste Tag ist wie ausgewechselt. Es ist warm geworden. Wir bummeln am See entlang und durch das wiederbelebte Städtchen. Auf nach Bagnoregio. Die um 1990 nahezu ausgestorbene Civita ist heute Touristenattraktion wegen ihrer exponierten Lage. Am Nachmittag erreichen wir Orvieto. Die Altstadt liegt malerisch auf einem Tuffsteinplateau.

Civita di Bagnoregio

bizarre Karstlandschaft um Bagnoregio


Orvieto

Die Standseilbahn bringt uns bequem vom Stellplatz in die Altstadt hoch. In den engen Gassen herrscht lästiger Autoverkehr. Die Sehenswürdigkeit schlechthin ist der Dom mit seinem Streifenmuster und der aufwändig geschmückten Hauptfassade. Die Kappele San Brizio dominiert der große Freskenzyklus Luca Signorellis. Hier wird auch das Corporale (Altartuch) aufbewahrt, auf dem sich Blutstropfen Jesu befinden sollen. Zu guter Letzt steigen wir noch den knapp 60 m tiefen Pozzo di San Patrizio hinab und wieder hoch. 2 x 5 € für eine Brunnenbegehung - na ja. Am Nachmittag brechen wir unsere Zelte ab. Den gewählten Stellplatz in Arezzo gibt es nicht mehr. So wählen wir alternativ Anghiari im toskanischen Hügelland. Zwar ziemlich abseits gelegen, kurvenreich und bergig zu erreichen, tut sich uns ein kleines Juwel auf. Die Kommune gehört zu "I borghi più belli d’Italia", den schönsten Orten Italiens.

Orvieto

Orvieto goldene Fassade des Doms

Orvieto Duomo

Orvieto Markt


Anghiari - ein Platz zum Träumen

Der Stellplatz liegt am Ortsrand mit einer bezaubernden Aussicht auf die toskanische Hügellandschaft. Weil es gar so schön ist hier, bleiben wir anstelle des geplanten 1 spontan 2 Tage. Im antiken Zentrum findet an diesem Wochenende ein Radrennen statt, wo manche Teilnehmer sogar in historischer Kleidung auf betagten "Rennern" unterwegs sind. Dabei geht es keinesfalls um schnellste Rundenzeiten. Ansonsten ist der Ort schmuck wie viele (alle?) italienischen Kleinstädte.

Anghiari

Abend vor unserem Wohnmobil


Neumarkt in Südtirol

Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und treten die Heimreise an. Ein letzter Zwischenstop ist nördlich vom Gardasee in Neumarkt. Da der Parkscheinautomat am städtischen Womo-Platz defekt ist, sparen wir auch noch diese Kosten. Am nächsten Morgen treten wir schon gegen 8 Uhr die letzte Etappe an. In Garmisch gibt's ein zweites Frühstück und mittags zuhause frische Weißwürste mit Brezen - mmmh!