Heidelberg - 24.03.- 29.03.

Kalter Start

Die Wetterprognosen sind nicht berauschend und zuhause ist es grau in grau bei max. 10°. Aber wir wollen trotzdem die erste kurze Ausfahrt über die Osterfeiertage mit unserem Womo wagen. Unser erstes Ziel ist "unser" Weingut Leiss in Gellmersbach bei Heilbronn. Dort werden wir unsere geschrumpften Weinvorräte nachfüllen. Wir erhalten einen schönen Stellplatz direkt vor den Obstbäumen. Wir ordern unseren Nachschub, bezahlen die Rechnung und machen einen langen Spaziergang durch die endlosen Weinberge. Bei Leiss ist ab heute auch wieder "Besen". Das nutzen wir natürlich für ein geschmackvolles und günstiges Abendessen. Ab 20 Uhr ist das moderne Lokal rappelvoll, wir unterhalten uns nett mit Einheimischen, die sich zu unserem Erstaunen als Franken bezeichnen.

aufbruchbereit

Rast im Weinberg

gemütliches Abendessen beim "Osterbesen"


Regen

Leider haben die Wetterpropheten recht behalten. Am Morgen ist der angekündigte Regen in leichter Form zu Gange, als wir nach dem Frühstück eine Abschiedsrunde durch die Weinberge drehen. Wir holen den gestern gekauften Wein bei Leiss ab, erhalten noch einen 5kg-Sack Äpfel als Reiseproviant und starten Richtung Heidelberg. Auf dem Weg nimmt der Niederschlag stetig zu und als wir bei Günther in der Reha-Klinik auf dem Königstuhl ankommen, gesellt sich zu allem Überfluss auch noch dichter Nebel dazu. Toni ist über die Osterferien bis zur Entlassung nach den Feiertagen auch hier. Die Wetterumstände verhindern den geplanten Ausflug in die Altstadt von Heidelberg. Wir sitzen am Zimmer und ratschen, dann kommen Iris und Andreas zu Besuch. Günther spendiert in der Reha-Cafeteria Kaffee und Kuchen. Für Abend reservieren wir einen Tisch bei Villa Vite in Leimen, dem Ort, wo sich die Junioren einquartiert haben. Die Zufahrt zum Restaurant ist wenig vertrauenserweckend, das Ambiente außen so lala. Die positive Überraschung erwartet uns drinnen: kleine gemütliche Räumlichkeiten, sehr freundlicher und zuvorkommender Service und ein überaus leckeres und preiswertes Essen - eine echte Empfehlung!

Blick vom Königstuhl auf Heidelberg


Sonne

Der Karsamstag verspricht tolles Wetter. Vormittags laufen wir die Waldwege auf bzw. um den um den Königstuhl. Nach dem Essen besteigen wir zusammen mit Toni und Günther, sie hatten vorher noch einige Anwendungen, den Bus Linie 39 nach Heidelberg, wo wir uns am Bismarkplatz mit Iris und Andreas treffen. Gemeinsam stromern wir durch das dichte Gedränge der Hauptstraße. Am Marktplatz gibt es lecker Kaffee und Kuchen bei Gundel, danach reihen wir uns in die Warteschlange der Bahn hoch zum Schloss. Oben sind nicht weniger Besucher. Der alte Wittelsbacher-Bau thront imposant über der alten Stadt.

Etwa 2 Stunden verbringen bei den Wittelsbachern, erheischen immer wieder einen Panoramablick auf die Stadt unter uns, klettern auf das riesige Weinfass mit mehr als 200.000 Litern Fassungsvermögen (es wurde nie wirklich gefüllt, da es nicht dicht war), bilden uns im Apothekermuseum pharmazeutisch fort und schlendern abschließend durch einen Teil des großen Parks. Die Bahn bringt uns zurück in die Altstadt. Die anderen 4 wollen hier noch zu Abend essen, wir haben frischen Lachs im Kühlschrank, der verarbeitet werden muss. So trennen wir uns und hetzen durch die Massen. Letztlich sind wir 5 Minuten zu spät, der Bus ist weg. Die einstündige Wartezeit verbringen wir genüsslich bei einem weiteren Kaffee. Im Womo gibt es dann leckere Nudeln mit Lachs und grünem Spargel und am späten Abend schauen wir gemeinsam mit Toni und Günther in Reha-Cafeteria das wenig erbauliche Fußball Länderspiel Deutschland - England. Von Iris und Andreas haben wir uns schon in Heidelberg verabschiedet, von Toni und Günther tun wir das jetzt. Morgen früh werden wir noch mal Heidelberg erkunden und anschließend weiter fahren.

Weinfass

Café Gundel am Marktplatz

Gruppenfoto im Schloss

in der Bahn zum Schloss

im Apothekenmuseum


Osterei

Auch wenn heute Ostersonntag ist, der "Sonn-Tag" war gestern. Morgens hat es geregnet, Wolken bedecken den Himmel. Wir starten ohne Frühstück, um in der Stadt am Neckar einen Parkplatz fürs Womo zu ergattern. Das klappt prima. Dort gibt es das Osterfrühstück mit Osterei. Danach einen ausgiebigen Spaziergang am Neckarufer zur Stadt- bzw. Kongresshalle und durch die Fußgängerzone bis zur Alten Brücke und dem Karlstor. Vor dem einsetzenden leichten Niederschlag flüchten wir unter die Markise eines kleinen Cafés und genehmigen uns einen Türkentrank. Mittags sind wir zurück im Womo, aber nach einer kurzen Verschnaufpause starten wir erneut. Wir haben nachgelesen, dass das vermeintliche Karlstor das Brücken-Tor der Alten Brücke war und sich ersteres noch etwas weiter östlich befindet. Otto will es unbedingt sehen. Vielleicht ist aber sein Hauptgrund mehr das Café Gundel und die süße "Kurfüstenkugel", die sie dort anbieten. Wir gehen somit die vormittägliche Tour mehr oder weniger erneut inklusive der beiden Attraktionen (wobei sich die Kurfürstenkugel als bemerkenswerter herausstellt). Jetzt verlassen wir Heidelberg endgültig ostwärts am Neckar entlang. Rosi merkt an, dass wir den nachmittäglichen Fußweg erneut durch die Womo-Fenster-Brillen erleben, womit sie natürlich recht hat. Aber Kurfüstenkugeln gibt´s nun mal nicht im Vorbeifahren! Der Womo-Stellplatz in Hirschhorn hat sehr gute Bewertungen und soll deshalb unser heutiger Lagerplatz werden. Wir können uns den positiven Urteilen nur bedingt anschließen. Das ebene Wiesengelände liegt direkt am Neckar, aber die gesteckten Parzellen sind sehr schmal und nahezu alle belegt. Das sorgt für Womo-Kuschel-Atmosphäre. Wir bleiben trotzdem.

Eingang der Stadthalle

Schloss vom südlichen Neckarufer aus


Genussvoll

Vormittags gehen wir durch das historische Städtchen Hirschhorn auf dem von der Touristeninformation empfohlenen Rundweg. Vorbei an altem Fachwerk schlängeln wir uns durch die schmalen Gassen, die Hochwassermarken entdecken wir nicht, und erreichen über das Karmelitenkloster die Burg. Der Turm wird natürlich auch erklommen. Der alte jüdische Friedhof außerhalb ist verschlossen und nicht besonders attraktiv. Mittags trinken wir Kaffee der Hirschhorner Kaffeemanufaktur im Rathauscafé. Die indische Monsoon-Röstung finden wir besonders aromatisch, so dass wir auch gleich eine kleine Packung mitnehmen. Danach fahren wir weiter flussaufwärts. Das Städtchen Eberbach am Neckarknie ist recht leer und nicht besonders anziehend, wir brechen nach kurzer Zeit wieder auf.

Osterbrunnen in Hirschhorn

in Hirschhorn

in Hirschhorn

Burg Hirschhorn

Bad Wimpfen

Die Burgenstraße macht ihrem Namen alle Ehre. Wir passieren eine ganze Reihe mehr oder weniger erhaltener Ritterheime. Auch Hornberg, einst Wohnsitz eines gewissen Götz von Berlichingen, lassen wir links liegen. Erst in Bad Wimpfen, einem Tipp eines Tischnachbarn beim Leissschen Besen, darf unser Womo wieder ausruhen. Die historische Altstadt ist wunderschön. Die vielen Brunnen tragen alle festlichen Osterschmuck. Und die Rhabarber-Baiser-Torte vor dem kleinen Café Feyerabend schmeckt unbeschreiblich.

Otto will heute unbedingt noch einmal bei Leiss in Gellmersbach einkehren. Um 17 Uhr stehen wir am alten Platz vor den Obstbäumen und eine halbe Stunde später im Lokal. Es ist unglaublich voll, aussichtslos hier einen Platz zu ergattern. Wir gehen zum Womo zurück und beobachten, wie laufend neue Gäste angefahren kommen und kurz darauf unverrichteter Dinge wieder abziehen. Eine Stunde später starten wir einen neuen Versuch. Freie Plätze gibt es weiterhin keine, aber die Zahl der Wartenden ist jetzt überschaubar. Wir bestellen Wasser und Wein im Stehen, eine Bedienung lotst uns zu einem Tisch, wo demnächst 2 Personen gehen werden. Und bald darauf haben wir einen Sitzplatz. Rosi isst Flammkuchen, Otto ein "Leibgericht" und ist begeistert. Heute am letzten Osterfeiertag scheinen die Besucher früher nach Hause zu gehen. Gegen 20 Uhr gibt es bereits einige wenige freie Plätze. Die Bedienungen haben dennoch ungebrochen alle Hände voll zu tun und flitzen durch die schmalen Gänge. Sie wissen heute Nacht bestimmt, was sie alles getan haben.


Heimwärts

Am Morgen, wider Erwarten ist es sonnig, wenngleich windig und frisch, statten wir der Burgruine Weibertreu oberhalb von Weinsberg einen Besuch ab. Leider ist sie aufgrund von Sanierungsarbeiten versperrt. So wandern wir rund um den Hügel durch die Weingärten und danach noch durch das Städtchen Weinsberg. Das finden weniger sehenswert. Also treten wir die Heimreise an. In Oberlenningen erwarten uns Zita und Hans mit Kaffee und Kuchen. Die Enkelkinder beiderseits sind das beherrschende und erfreuliche Thema. Ohne besondere Vorkommnisse kommen wir gegen 20 Uhr wohlbehalten wieder nach Hause.

Weibertreu Denkmal in Weinsberg

Burgruine Weibertreu