Gran Canaria - 17.01.-24.01.

Buchungsfehler

Wir wollten dem "Unwinter" daheim entfliehen und ein wenig Sonne tanken. Dafür erweisen sich die Kanarischen Inseln als ideales Reiseziel: etwa 4 Stunden Flugzeit und doch ausreichend warm. Der Start war etwas holprig. Als wir uns endlich auf die Insel Gran Canaria geeinigt hatten, war das gewünschte "TUI-Schnäppchen" leider ausgebucht. Danach klickte Otto auf den falschen Button und wählte ohne es zu bemerken ein anderes als die getroffene 2. Wahl. Und so landeten wir anstelle des Hotels "Mogan Princess Beach Club" in Playa de Taurito im Hotel "Maspalomas Princess" in Maspalomas. Aber für die 1 Woche Sonne und Erholung sollte auch das ok sein.

Lobby des "Maspalomas Princess"

Pool des "Maspalomas Princess"

Das Auto steht bei "Pfiffig Parken" in Schwaig, was organisatorisch und preislich günstiger ist als die S-Bahn. Der Flug ab München verläuft ohne Probleme. Per Shuttle-Bus erreichen wir gegen 20:30 Uhr endlich unser Hotel und stürzen uns gleich hungrig und erwartungsvoll auf das Abendessen. Die Qualität von Hotel und Essen ist letztendlich sehr gut - Otto nimmt in 1 Woche 1,5 kg zu - Rosi verweigert tapfer unmäßige Speisenaufnahme und kehrt mit ihrem Ausgangsgewicht zurück. Am nächsten Morgen buchen wir bei Avia einen Mietwagen für 4 Tage ab Montag. Wir wandern an die große Düne von Maspalomas und nehmen dort ein erstes Sonnenbad. Am Leuchtturm genießen wir einen leckeren Café con Leche.

die Dünen von Maspalomas


Puerto de Mogán

Montag, 19. Januar

Die erste Ausfahrt mit dem gemieteten Fiat Punto führt uns nach Puerto de Mogán. Das alte Fischerdorf wurde 1983 bis 1988 touristisch aufgepeppt und wird heute auch "Klein-Venedig" genannt.

Otto will unbedingt die schmale und kurvenreiche Passstraße im Barranco de la Aldea fahren. Auf dem Weg dorthin treffen wir ein schwäbisches Motorrad-Paar, das wegen des schlechten Wetters umgekehrt ist. Sie haben per Fähre ihr Wohnmobil auf die Insel gebracht und wollen insgesamt 3 Monate hier bleiben! Der 1. Stopp ist am Fuß des 1426 m hohen Inagua. Hier befinden sich unwirklich blaue und grüne Felshänge - Los Azulejos. Rosi ersteht an einem Obststand eine leckere Papaya für nur 1 Euro. Nach einer Weile erreichen wir La Aldea de San Nicolas de Tolentino. Hier beginnt die Passstraße. Laut unserem Führer benötigt man für die etwa 40 km mindestens 3 Stunden! So schlimm ist es letztlich doch nicht. Aber die Strecke ist wirklich nicht für schwache Nerven geeignet. Kurve reiht sich an Kurve. Die schmale, 1-spurige Fahrbahn klebt an steilen Felswänden. Die Steigung besonders nach den Kehren erfordert häufig sogar den 1. Gang. Zum Glück ist aber kaum Verkehr. Trotz des schlechten Wetters machen wir diverse Fotostopps. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir Artenara und fahren weitere unzählige Serpentinen durch das Hochland an die Südküste nach Maspalomas zurück.

Los Azulejos

einer der vielen Stauseen entlang der Strecke


Dienstag, 20. Januar

Wir haben für 92 Cent/Liter Superbenzin getankt - unglaublich. Heute wollen wir nicht so viele Kurven fahren und nehmen die Autobahn über Las Palmas um in das im Nordwesten gelegene Agaete zu gelangen. Das Wetter ist wie am Tag zuvor auf der Nordseite deutlich schlechter. Der Himmel ist wolkenverhangen, die Temperatur maximal 18°. Der heftige Wind treibt hohe Wellen an die Küste. Der winzige Hafen in Sardina ist menschenleer. Eine einsame Krabbe klammert sich an die Kaimauer.

an der nordwestlichen Küste

Krabbe an der Kaimauer

gespenstisch anmutende Bartflechten

unterhalb des Roque Nublo

Wir wollen weiter zum Leuchtturm von Sardina und dort gemütlich Kaffee trinken. Keinerlei Straßenschilder weisen uns den Weg. Wir müssen mehrfach umkehren, bis wir ihn finden. Einsam und verlassen steht er in der Öde - Kaffee? Fehlanzeige! Irgendwie ist der Tag heute verflixt. Wir beschließen durchs Landesinnere nach Süden zurück zu fahren. Aber die Straßenkarte unseres ADAC-Reiseführers und die Straßen inklusive ihrer dürftigen Beschilderung wollen einfach nicht zusammenpassen. Mehr der Nase nach, als dem Verständnis von Karte oder Wegweisern, finden wir durch feuchte Bergwälder, dicht behangen mit Bartflechten. Am Roque Nublo beginnt sich der zähe Nebel zu lichten und ab Tejeda strahlt die Sonne auf die blühenden Mandelbäume. Als wir wieder im Hotel ankommen, stellen wir fest, dass wir heute fast 250 km gefahren sind.

Fataga

Fataga


Mittwoch, 21. Januar

Heute wollen wir nicht mehr so weit und viel fahren wie gestern. Unser erstes Ziel ist das kleine Dörfchen Fataga. Es liegt anmutig an den Hängen des gleichnamigen Barranco de Fataga. Wir bummeln durch die gepflegten Gassen und trinken in einer Bar einen Kaffee in der warmen Sonne. Danach halten wir in Santa Lucia de Tirajana. Der Altarraum der Kirche, die der Hl. Lucia geweiht ist, ist sehr ungewöhnlich gestaltet. Wir rätseln lange über die "Himmelfahrt-ähnliche" Darstellung der Heiligen. Nur wenige Kilometer weiter ist die Fortaleza de Ansite. Es handelt sich dabei um einen bizarren, von Höhlen durchsetzten Felskomplex. Er war Rückzugs- und Schutzraum der Ureinwohner Gran Canarias in ihrem vergeblichen Kampf gegen die spanischen Eroberer. Ein natürlicher Tunnel bzw. eine mächtige Grotte gibt den Blick auf den schroffen Barranco de Tirajana und zum Roque Aguayro frei. Wir stromern durch das Gelände, sind aber etwas enttäuscht von den kleinen Ausmaßen der meisten Höhlen. Von hier fahren wir zurück ins Hotel, um noch in der Sonne zu aalen. Doch kaum haben wir die Liegen am Pool in Beschlag genommen, zieht ein frischer Wind auf vertreibt uns nach einiger Zeit.

Fortaleza de Ansite

Fortaleza de Ansite

Fortaleza de Ansite


Caldera de Bandama


Donnerstag, 22. Januar

Unser letzter "Autotag". Wir haben noch 2 Ziele: den Krater "Caldera de Bandama" im Nordosten nahe Las Palmas und die Steinmetzstadt Arucas mit der imposanten Kirche "San Juan Bautista".

Der Weg nach Arucas war leider wieder mal nicht einfach zu finden. Das engmaschige Straßennetz bei Las Palmas mit vielen Kreuzungen, aber ohne für uns passende Beschilderung führt uns mehrfach in die Irre. Eine freundliche Dame am Straßenrand gibt uns schließlich den entscheidenden Tipp. Die Kirche selbst ist dann leider geschlossen, so dass wir sie nur von außen besichtigen können. Die gemütliche Bar "El Gótico" auf der Westseite entschädigt uns dafür ein klein wenig. Als wir das Auto am Hotel abstellen, haben wir in den 4 Tagen immerhin 700 km zurückgelegt - ganz schön viel für eine Insel mit 50 km Durchmesser!

Am nächsten Tag genießen wir noch einmal die Annehmlichkeiten des Hotels, liegen in der Sonne, lesen und bummeln ein letztes Mal an die Düne von Maspalomas. Morgen werden wir seeeehr früh (5:10 Uhr) abgeholt, um wieder nach Hause zu fliegen.

Weitere Fotos siehe im Fotoalbum unter --> [Europa] - [Südeuropa] - [Kanaren] - [Gran Canaria].

San Juan Bautista in Arucas